Das
Jahr der Erbauung der Burg Veldenstein sowie der Name des Erbauers
sind unbekannt.
Als Erbauer kommt der Bischof von Eichstädt in Frage, der im Auftrag
von König Konrad Grenzbefestigungen an der Nordgrenze seines Bistums
erbauen ließ (um 1008). Möglich wäre aber auch, daß die Burg erst
unter Kaiser Friedrich II. (1212-1250) erbaut wurde.
1269 wird die Burg erstmals
als 'novum castrum' (das neue Haus) urkundlich
erwähnt.
Damals gehörte die Burg bereits zum Bistum Bamberg und war Amtsburg,
also Verwaltungssitz, der Bamberger
Bischöfe für die umgebenden Ländereien.
1323 wurde die Burg erstmals Veldenstein genannt.
Zuerst waren einfache Bauern
Amtmänner auf der Burg, denen auch die Bauernhöfe am
Burgberg, sog. Burghutungen, gehörten.
Die Burg war zu diesem Zeitpunkt kaum größer als der Bereich des
heutigen Bergfriedes.
Ab dem 14. Jhd. kamen dann erstmals Adelige als
Vertreter des Bischofs nach Veldenstein. Die weltlichen Herren von
Stör, von Egloffstein und später
von Wiesenthau erhielten die Verwaltungsburg des
Bischofs und das Amt zu Lehen.
Hans von Egloffstein erbaute daraufhin Anfang des 15. Jhds. die
Innere Burg.
Nachdem Bischof Georg (1449-1475) die Burg von den
Egloffsteinern einlöste, nahm sein Nachfolger Philipp Graf von Henneberg für
damalige Zeit gewaltige Erweiterungen
vor und erbaute die Äußere Burg und den Wehrgang-Zwinger. Er machte
die Burg erstmalig zur Residenzburg
des Bischofs, und in der Folge kam jeder Bischof mindestens
einmal nach Veldenstein, um die Erbhuldigung seiner Untertanen
entgegenzunehmen.

Zwar war die Burg stark befestigt und hielt manchen
Angriffen stand, doch im 16. und 17. Jhd. wechselte durch Abtretungen
und (Zurück-)Eroberungen mehrmals der Besitzer, so dass die Burg
zwischenzeitlich von
Brandenburgern, Nürnbergern und schließlich im 30jährigen
Krieg 1632 von den Schweden besetzt
wurde, denen drei Jahre später die Bayern
folgten.
Schließlich residierten wieder die
Bamberger Bischöfe auf Veldenstein, bis die Burg 1708
durch einen Blitzeinschlag in den Pulverturm
zum großen Teil zerstört wurde.
Das Interesse der Bischöfe schwand und die Ruine verfiel
mehr und mehr.
1807 wurde das Oberamt Veldenstein aufgelöst. Neuhaus fiel
infolge der Säkularisation laut Friedensvertrag von Luneville mit
Napoleon an Bayern, wobei das Amtsgebiet zwischen
Preußen und Bayern aufgeteilt wurde, deren Grenze bis 1972 mitten durch
die heutige Marktgemeinde ging.
Da die verfallene Burg für Bayern nicht
von Interesse war, wurde sie an Privatleute
verkauft und wechselte mehrmals den Besitzer.
Wolfgang
Brunnhuber verkaufte am
8.10.1861 seinen gesamten Besitz auf der Burg Veldenstein um 1300
Gulden und 44 Gulden Leikauf an den
pensionierten Landgerichtsfunktionär
Carl Heinrich Friedrich August May, vom 8.10.1853-1862 als
Landrichter dort tätig gewesen, starb am 8.6.1873 auf Burg
Veldenstein. Wegen
bzw. trotz Streitigkeiten mit May verkaufte Anna
Sturm, ihm den Turm, die einstige Oberamtswohnung, das
Hauptportal und alle Mauern am 15.9.1863 für 300 Gulden, damit die
Burg wieder in einer Hand war.1863 Ausbau eines geeigneten Wohngebäudes
auf der Burg. Der Getreidekasten wurde ersetzt und an seiner Stelle
ein Herrenhaus im Stil des 19.Jahrhunderts errichtet. Nicht allzu
lange konnte sich der Landrichter May ungestörten Besitzes erfreuen
bevor er starb. Seine Witwe Anna Regina May trat gemeinsam mit ihren 5
Kindern die Erbschaft der Burg an. Eine
Bausektion von 1871-1878 unter Ingenieur G.C.Hennch,
führte Renovierungen durch, wollte die Burg erhalten und verschaffte
so der Witwe May einen Bauzuschuss zur Restaurierung des Turms, die
1875 vollendet war. Sie ließ dann noch den Bauring 1890
renovieren.
Die
Besitzerin verkaufte die Burg am 29.11.1897 dem Stabsarzt Dr.
Hermann Epenstein,
Gutsbesitzer in Berlin, für 20.000 Mark. Dieser wendete
bis 1914 eine Million
Mark für die Instandsetzung auf.
In dieser Zeit wohnte auch die befreundete Familie Heinrich Göring auf
Burg Veldenstein. Deren Sohn Hermann, dessen Taufpate Epenstein war,
ging in Neuhaus und Velden zur Schule.
Nach dem Tod ihres Mannes verkaufte
die Witwe Epenstein die Burg 1939 an den jetzigen
'zweiten Mann' im Dritten Reich, Hermann
Göring.
Dieser ließ die Burg ebenfalls laufend renovieren und 1942 unter dem
Herrenhaus einen bombensicheren
Bunker mit eigener Strom-, Luft- und Wasserversorgung bauen.
Der 'Reichsjagdführer' kam regelmäßig zur Jagd nach Veldenstein und
ließ die Pegnitztalstraße asphaltieren. Den Wunsch der Neuhauser
nach einer Badeanstalt wies er allerdings mit den überlieferten
Worten "Wenn ich meinen Arsch in die Pegnitz halten konnte,
können die Neuhauser das auch" zurück.
1945 wurden Neuhaus und die Burg nach kurzen Gefecht
von den Amerikanern
erobert, die in der Burg Quartier nahmen und und die Burg mit Presslufthammern umgruben. Der 'Goldrausch'
war durch das Gerücht ausgebrochen, Göring habe die in den letzten
Kriegstagen von seinem Anwesen außer Gefahr gebrachten Kunstschätze
nach Veldenstein geschickt. Gefunden wurde schließlich aber nur eine
Kiste mit 36 - immerhin sehr alten- Tischleuchtern und Wein, Sekt und
Cognac.
Als die Amerikaner abzogen, kamen bis zu 100 Flüchtlinge in der Burg unter.
Aus dieser Zeit stammt auch die deutlich im Parkett erkennbare Spur
einer Trennwand durch den Nordost-Turm.
1950 wurde der Freistaat Bayern
Eigentümer der Burg und stellte diese unter
Denkmalschutz.
Ab 1968 wurde die Anlage von einer Falknerei genutzt, ehe
1972 die örtliche Kaiser Bräu Pächterin
der Burg wurde. Das einstige Herrenhaus wurde
zum Hotel-Restaurant umgebaut und die Burganlage 1974 der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Nordost-Turm wurde
zuerst als Gästewohnung der Brauerei genutzt und 1984
von der Familie Pohl aus Berlin gepachtet und zu einer
komfortablen Ferienwohnung ausgebaut.
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